

Mein erklärtes Lieblingslabel Stonesthrow Records führte nicht nur den HipHop durch eine Zeit der Finsternis zurück ins Licht. Nein, sie retten auch noch den Funk.
Der König ist tot, lang lebe der König! So oder so ähnlich kann man die Marketingmitarbeiter bei Google jubeln hören. Man bringt also 2010 ein eigenes Betriebssystem auf den Markt, welches quasi um den Browser Chrome herum gebastelt wird.
Frei verfügbar soll das ganze sein, quelloffen und überhaupt. Ein Traum. Datenkrake inklusive. Vielen Dank.
Um es mal mit Futurama zu sagen:
We are back baby!
…bedeutet manchmal tatsächlich einen Quantensprung nach vorn. Zumindest kann man zu diesem Urteil kommen, hört man die neuen Alben von Alec Empire und Autechre.
Während der Eine sich vom coolen New-York-Sound der Achtziger inspirieren lässt und folglich die Referenzen nur so purzeln, so kramen die Anderen ausgiebig in ihrem eigenen Repertoire und reduzieren dies auf einen Sud, der wirklich überrascht. In beiden Fällen entstehen die jeweils mutigsten und fesselndsten Alben seit langem.
So darf Retro funktionieren.
(Reihenfolge eigentlich eher nebensächlich)
- Animal Collective “Strawberry Jam“
- Stars Of The Lid “And Their Refinement Of The Decline“
- Le Mépris “Le Mépris“
- Twin Peaks – Definitive Gold Box Edition
- Pantha Du Prince “This Bliss“
- CocoRosie “The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn” + Live
- Ólöf Arnalds “Við Og Við“
- Beirut “The Flying Club Cup“
- DJ-Kicks Hot Chip + Live
- Tocotronic “Kapitulation” + Live
- Björk “Declare Independence“
- “Inland Empire“
- Polina Voronova “Luxurious“
- Von Südenfed “Tromatic Reflexxions“
- “Death Proof“
- Ian D Hawgood “The Fire Will Die At Night“
Die documenta sollte es also sein, Ausgabe Nummer 12. In Kassel. Welch ein Wagnis. Hie und da hatte man zuvor ja schon einiges drüber lesen können. Selbstverständlich nichts Gutes – es geht hier schließlich um Kunst. Zeitgenössische sogar. Und die ist ja gemeinhin noch viel unbeliebter als ihre gesetztere, museal repräsentierte Variante. Um sich jedoch ein Urteil drüber erlauben zu können, muss man wohl dort gewesen sein.
Ich war dort.
…was bisher für einem Kinofilm erdacht (und größenwahnsinnigerweise auch umgesetzt) wurde, ist in Tarantinos neuem Streifen “Death Proof” zu bewundern. Grandios, präzise und atemberaubend.
Ein wahrhaft großer Moment des modernen Retro-Kinos, der dem (sowieso schon gelungenen) Film eine Krone aus purem Platin draufdonnert. Respekt.
Dann wird laut Webseite das neue Tocotronic-Album “Kapitulation” erscheinen.
Nachdem ich die Musik der Band am Anfang sehr mochte, zwischenzeitlich verschmähte und nun (letzten Endes) deren tatsächliche Größe zu erahnen begonnen habe, sind die Erwartungen an das morgen erscheinende Album immens. Erste Hörproben im Radio lassen einen Klassiker erwarten.
Die TAZ hat mit DvL (wie er von Insidern genannt wird) ein sehr interessantes Interview zur Platte geführt.
