Musikzeitschriften, die irgendwelche Dinge konstatieren, andere Dinge unsäglich finden und zudem mit musikhistorischen Insiderwissen prahlen, disqualifizieren sich bei mir schon oft nach dem ersten Überfliegen. Leider macht da auch die Persona Non Grata keine Ausnahme. Im Gegenteil: sie macht sich dieser meinungsdiktatorischen Vergehen gleich mehrfach schuldig. Diese pseudointellektuelle Popjournalismus-Gepflogenheit haben die Anderen zwar schon seit langer Zeit perfektioniert, aber muss man doch nicht jeden Quatsch mitmachen, oder?
Die fantastischen CocoRosie-Schwestern haben am Freitag ein neues, noch fantastischeres Album rausgebracht: “The Adventures of Ghosthorse and Stillborn” heißt es und ist eine wahre Offenbarung, wenn man es ohne Lofi-Sounds und Tierstimmen-Raps nicht mehr länger auf dieser Welt aushält. Jetzt sogar noch bounciger im Abgang und bald auf Deutschlandtournee. Hingehen, gutfinden!
Schon vor zwei Monaten erschien bei Palms Out Sounds eine gründliche Sample-Rückverfolgungsorgie, die sich die französischen Trash-Houser von Daft Punk als Zielscheibe auserkoren hatte.
Eigentlich tue ich mich im Zusammenhang mit Musikbeschreibungen mit solch komischen Wortkonstrukten wie Indietronic ja tendenziell eher schwer. Bloß weil da jetzt anstatt einer Bandmaschine irgendwo im Entstehungsprozess ein Rechner verwendet wurde, muss man sich das doch nicht so groß auf die Fahnen schreiben – mal ganz davon abgesehen, dass heutzutage sowieso kaum noch irgendwo ohne digitale Zwischenschritte aufgenommen wird.

Naja, Bobby Baby, die junge schwedische Sängerin um die es hier geht, hat sich diesen Stempel für ihre eigene Musik auch sicherlich nicht selbst rausgesucht. Das waren bestimmt andere. Denn ich vermute einfach mal, dass er ihr völlig Wurst ist, wie man das nun nennt.
